Schulterbehandlungen im Überblick

Schulterinstabilität – Schulterluxation

Beschreibung des Krankheitsbildes/ Ursache:
Bei der Instabilität eines Gelenkes unterscheidet man 2 Formen:

  • Die angeborene, sog. habituelle Instabilität
    Hierbei ist das gesamte Stützgewebe des Körpers schwach und der Kaspelbandapparat, insbesondere des Schultergelenkes lax, so dass der Oberarmkopf zu viel Spiel in allen Richtungen hat und ohne große Gewalteinwirkung aus dem Gelenk springen kann (Luxation). Diese Form der Instabilität wird nur im Ausnahmefall operiert und in der Regel durch physiotherapeutisches Übungs- und Trainingsprogramm therapiert.
  • Die sog. chronisch traumatische Instabilität
    Diese Form entsteht durch eine Verletzung des Kapselbandapparates durch eine unfallbedingte Verrenkung (Luxation des Schultergelenkes). Hierbei tritt der Oberarmkopf aus der Gelenkpfanne vollständig heraus. Dabei wird typischerweise die Gelenklippe, das sog. Labrum, welches in etwa einem Meniskus im Kniegelenk entspricht, vom Gelenkpfannenrand durch den Oberarmkopf beim Luxationsvorgang abgeschert. Zusätzlich wird die vordere untere Gelenkkapsel stark überdehnt und reißt sogar ein. Aufgrund dieser Schädigung kann die Schulter ohne erneuten Unfall spontan luxieren. Die Wahrscheinlichkeit, dass es nach einer erstmalig unfallbedingten Luxation zu einer erneuten Re-Luxation kommt, ist umso wahrscheinlicher, je jünger der Patient ist und je höher die sportliche/körperliche Aktivität ist.

Behandlung:
Arthroskopische Bankartnaht (Refixierung des Labrums am Pfannenrand):
Arthroskopisch erfolgt das Wiederanheften des abgerissenen Labrums am Pfannenrand durch Fadenanker, so dass die abgelöste Gelenklippe (Labrum) mit dem Kapselbandapparat in ihrer ursprünglichen Position refixiert wird.

Ziel:

  • Vermeidung erneuter Luxationen oder einer instabilen Schulter die zu einem vorzeitigen Gelenkknorpelverschleiß führt. Eine Ausnahme hinsichtlich des Operationszeitpunktes ist der sportlich aktive Patient. Bei einer eingetretenen Luxation sollte eine unmittelbare Operation erfolgen, um eine frühe Rückkehr in den Wettkampf zu erreichen.


Vorteil:

  • Durch minimal-invasive (geschlossene Operationstechnik) erzielen einer stabilen Schulter mit Rückkehr in das Berufsleben und Wiederaufnahme der Freizeit- und Wettkampfaktivitäten.

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Nicht operative Schulter Behandlung

Schultersteife (Frozen Shoulder)

Beschreibung des Krankheitsbildes/ Ursache:
Grundsätzlich werden 2 Formen der Schultersteife unterschieden: Die primäre Schultersteife, deren Ursache bisher wissenschaftlich nicht exakt aufgearbeitet werden konnte, betrifft bevorzugt Frauen im 4. bis 6. Lebensjahrzehnt. Es handelt sich um eine unspezifische Entzündung der Gelenkschleimhaut, die zu einer hochgradigen Kapselschrumpfung mit schmerzhafter Bewegungseinschränkung des Schultergelenkes führen. Die sekundäre Schultersteife kann als Folge einer längeren Gelenkruhigstellung, einer Operation, einer Entzündung oder Verletzung auftreten.


Behandlung:
Die Behandlung besteht in einer Wiederherstellung der vollständigen schmerzfreien Beweglichkeit des Schultergelenkes. Die konservative Behandlung richtet sich hierbei in erster Linie auf lokale Corticoidinjektionen und schmerzauslösende orale Medikamente. Nach Abklingen der akuten Beschwerden kann eine Physiotherapie durchgeführt werden. Ziel der Behandlung sollte es sein, die geschrumpfte Gelenkkapsel soweit aufzudehnen, dass die vollständige Gelenkbeweglichkeit wiederhergestellt werden kann. Als alternative Behandlungsmaßnahme besteht die arthroskopische, geschlossene Durchtrennung der Gelenkkapsel (arthroskopisches Kapselrelease).

Ziel:

  • Wiederherstellung der vollständigen, schmerzfreien Beweglichkeit des Schultergelenkes.

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Schultergelenk- verschleiß und Gelenkersatz
(Omarthrose und Prothese)

Beschreibung des Krankheitsbildes/ Ursache:
Verschiedene Schultergelenkserkrankungen können den Einbau eines künstlichen Schultergelenkes erforderlich machen. Dem liegt eine schmerzhafte Zerstörung des Schultergelenkes zugrunde:

  • Arthrose (Omarthrose)
    Der klassische Verschleiß des Schultergelenkes hat eine Zerstörung des Gelenkknorpels und eine Deformierung der Gelenkflächen mit einer schmerzhaften Bewegungseinschränkung des Schultergelenkes zur Folge.
  • Oberarmkopfnekrose
    Als Unfallfolge, durch Medikamenteneinnahme (z. B. Cortison), übermäßigen Alkoholgenuss oder andere, noch nicht bekannte Ursachen kann es zu einer Minderdurchblutung des Oberarmkopfes kommen. Dies hat ein Absterben der Knochenzellen zur Folge, so dass es zu einer Deformierung des Oberarmkopfes mit schmerzhafter Bewegungseinschränkung führt.
  • Rheumatoide Arthritis
    Das Schultergelenk wird häufig im Verlauf einer rheumatischen Erkrankung befallen. Bei fortgeschrittener Erkrankung kommt es zu einem Verlust der Knorpel- und Knochensubstanz, so dass es zu einer schmerzhaften Gelenkzerstörung kommt.
  • Defektarthropathie
    Bei etwa 4 % der Patienten mit unbehandelter Rotatorenmanschettenmassenruptur (mindestens 2 gerissene Sehnen) entwickelt sich eine Arthrose des Schultergelenkes. Durch Verlust der Gelenkgeometrie und Dezentrierung des Oberarmkopfes in der Pfanne kommt es zu einer Zerstörung des Gelenkknorpels und Deformierung der Gelenkflächen.

Behandlung:
Gelenkersatz (Prothesen):
Schultergelenksendprothesen gibt es seit über 50 Jahren. In den letzten 15 Jahren hat die Schulterendoprothetik eine Renaissance erfahren. Die Entwicklung neuer Endoprothesen und Oberflächenersätze führen bei adaptierter Verwendung der unterschiedlichen Prothesentypen und Wahl des richtigen Operationszeitpunktes zur Schmerzfreiheit bis hin zur freien Schultergelenksfunktion. Die Auswahl der Schulterendoprothesen (Schulter-Cup-Endoprothesen) und Schaftendoprothesen, sog. inverse Prothesen.

Ziel:

  • Ziel des Gelenkflächenersatzes ist die Schmerzreduktion sowie die verbesserte Schultergelenksfunktion. Die postoperative Schultergelenksbeweglichkeit ist jedoch abhängig vom Zustand der gelenkführenden Weichteile (Muskulatur Sehnengelenkkapsel). Hat über einen langen Zeitraum eine Bewegungseinschränkung bestanden, verkürzen sich die Sehnen sowie die Gelenkkapsel, so dass trotz der Schultergelenkprothese keine vollständige freie Schulterbeweglichkeit erzielt werden kann. Hierbei ist es wichtig, den richtigen Zeitpunkt der Operation abzupassen.

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Oberarmkopfbrüche

Beschreibung des Krankheitsbildes/ Ursache:
Der am häufigsten auftretende Knochenbruch am Schultergürtel ist der Oberarmkopfbruch (47 % der Brüche des Schultergürtels). Das Vorkommen dieser Fraktur ist mit dem Alter und dem Grad der Osteoporose vergesellschaftet und betrifft durchschnittlich 2- bis 3-mal häufiger Frauen als Männer.


Behandlung:
60-85% der Oberarmkopfbrüche sind nicht verschobene oder nur gering verschobene Oberarmkopfbrüche, die nicht operiert werden müssen. Da dieser Bruchtyp durch die Knochenhaut, die Gelenkkapsel und die Muskulatur „geschient“ wird, reicht eine Ruhigstellung im Schlauchverband für 7-10 Tage bis zum Nachlassen der Schmerzen aus. Wichtig ist eine frühfunktionelle Übungsbehandlung, um eine Einsteifung des Schultergelenkes zu verhindern. Nach etwa 6-8 Wochen ist der Knochenbruch wieder fest durchbaut, so dass zunehmend aktive Bewegungsübungen durchgeführt werden können.

Die übrigen Oberarmkopfbrüche, in aller Regel Oberarmkopftrümmerbrüche zwingen jedoch durch die starke Fehlstellung und der damit verbundenen Bewegungseinschränkungen und Schmerzen zur Wiederherstellung der Gelenkfunktion operative Maßnahmen anzustreben. Hierbei werden unterschiedliche Materialien zur Stabilisierung des Knochenbruches in Abhängigkeit vom Bruchtyp verwendet. So kann ein Bruch entweder mittels Drähten, Schrauben oder Platten stabilisiert werden.

Ist durch die Schwere der Verletzung jedoch mit Hilfe dieser Materialen keine schultergelenkfunktionserhaltende Operation möglich oder sind die versorgenden Gefäße des Oberarmkopfes zerstört, so dass die Wahrscheinlichkeit des Absterbens des Oberarmkopfes (Oberarmkopfnekrose) besteht, besteht die Möglichkeit des Oberarmkopfersatzes durch eine Prothese (künstlicher Gelenkersatz)

Ziel:

  • Schmerzfreies Erhalten des freien Bewegungsausmaßes des Schultergelenkes in Abhängigkeit von Alter und Funktionsanspruch des Patienten. Das Behandlungskonzept ist individuell den Ansprüchen des Patienten anzupassen.

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Impingement-Syndrom

Beschreibung des Krankheitsbildes/ Ursache:
Unter dem Begriff Impingement-Syndrom versteht man die Zusammenfassung unterschiedlicher Ursachen, welche das Gleiten der Supraspinatussehne unter dem Schulterdach behindern.

Eine angeborene oder erworbene Formveränderung des Schulterdaches oder eine Knochenausziehung am Schultereckgelenk als Ausdruck einer Schultereckgelenksarthrose können zu einer Einengung und somit zu einer Gleitbehinderung der Sehne führen. Das ständige Reiben der Sehne durch den Knochen bewirkt eine Schädigung, die bis zum vollständigen Zerreißen der Sehne führen kann und den Schmerz unterhalten.


Behandlung:
Arthroskopische subacromiale Dekompression:
Bei diesem arthroskopischen (geschlossenen) Eingriff erfolgt eine Vergrößerung des subacromialen Gleitraumes durch die Entfernung des entzündeten Weichteilgewebes unter dem Schulterdach (Entfernung des krankhaft veränderten Schleimbeutels) und die Entfernung der knöchernen Veränderungen des Schulterdaches mit Hilfe einer motorgetriebenen Präzisionswalzenfräse.

Ziel:

  • Schutz der Sehne vor dem Zerreißen
  • Schmerzreduktion
  • Wiederherstellung der vollen Funktion und Wiederaufnahme der beruflichen und sportlichen Aktivität nach 3-4, bzw. 6-12 Wochen


Vorteil:

  • Vermeidung langanhaltender Schmerzzustände bei nachfolgender schmerzhafter Bewegungseinschränkung durch frühzeitige minimal-invasive (arthroskopische Operation) mit kurzer Rehabilitationsphase und rascher Rückkehr an den Arbeitsplatz.
  • Die uneingeschränkte Wiederaufnahme der Freizeitaktivitäten und individuellen Sportarten.

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Operative Schulter Behandlung

Kalkschulter

Beschreibung des Krankheitsbildes/ Ursache:
Die sog. Kalkschulter ist definiert als Kalkeinlagerung in die Sehnen der Rotatorenmanschette, deren Ursache bis dato nicht exakt aufgelöst werden konnte. Die Erkrankung tritt am häufigsten im 4. und 5. Lebensjahrzehnt auf und betrifft vorwiegend Frauen. In typischer Weise finden sich wechselnde Phasen vollkommener Schmerzfreiheit und hochakuter Schmerzhaftigkeit.

  • Konservative Behandlung beinhaltet die Schmerzreduktion in Form von medikamentöser oraler Einnahme und lokalen Corticoidinjektionen.
  • Ist die Schmerzfreiheit nicht mit Hilfe konservativer Maßnahmen zu erreichen, ist die operative Entfernung des Kalkdepots angezeigt.

Behandlung:
Operationstechnik arthroskopische Kalkausräumung:
Die operative Entfernung des Kalkdepots erfolgt arthroskopisch (geschlossen). Nach Lokalisation des Kalkdepots wird die Sehne mit einem Skalpell in Faserrichtung mit einem Skalpell eingeschnitten und hierbei das Kalkdepot mit einem kleinen scharfen Löffel und einer motorgetriebenen stumpfen Fräse aus der Sehne entfernt. Der Schnitt in der Sehne wird belassen und heilt problemlos ab.

Die Ruhigstellung im Schlaufenverband erfolgt nur für 2-3 Tage. Ab dem 1. Tag nach der Operation wird nach physiotherapeutischer Anleitung eine krankengymnastische Behandlung eingeleitet, um Verklebungen und Verwachsungen vorzubeugen. Die Rückkehr an den Arbeitsplatz ist nach wenigen Tagen möglich. In Abhängigkeit der körperlichen Arbeit oder vorwiegend Überkopfarbeiten verlängert sich die Rehabilitationsphase von 6 auf 12 Wochen. In aller Regel ist mit Eintritt der Arbeitsfähigkeit auch die Wiederaufnahme von Freizeitaktivitäten möglich. Die Wiederaufnahme der individuellen Sportart ist spätestens nach 6-12 Wochen ebenfalls bei spezifischen Belastungen für den Schultergürtel zu erzielen.

Ziel:

  • Rasche operative Intervention.
  • Verhinderung eines chronischen Verlaufes mit Größenzunahme des Kalkdepots und damit Zersetzung des Sehnengewebes mit Folgen eines drohenden Sehnenrisses.


Vorteil:

  • Minimal-invasiver arthroskopischer Eingriff.
  • Rasche Rehabilitation und Rückkehr an den Arbeitsplatz, bzw. Wiederaufnahme der Freizeitaktivitäten.

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Rotatorenmanschetten- Ruptur

Beschreibung des Krankheitsbildes/ Ursache:
Die Rotatorenmanschette des Schultergelenkes besteht aus 4 zusammenhängenden Muskeln, die vom Schulterblatt zum Oberarmkopf ziehen und dort mit ihren Sehnen ansetzen. Sie bewegt den Arm zur Seite und nach oben, dreht ihn nach innen und außen und stabilisiert den Arm am Oberkörper. Durch ein Unfallereignis oder durch zunehmenden Verschleiß infolge hoher mechanischer Beanspruchung kann es zu einem Riss einer oder mehrere Sehnen kommen (s. auch Impingement-Syndrom).


Die Häufigkeit der Rotatorenmanschettenrisse steigt mit zunehmendem Alter, so dass früher die Ansicht vorherrschte, dass der Rotatorenmanschettenriss ein mit dem Alter vergesellschaftetes Leiden ist, welches keiner besonderen Behandlung bedürfe. Diese Ansicht wurde in den letzten 2 Jahrzehnten widerlegt, so dass auch der ältere Patient durch eine operative Behandlung einer Rotatorenmanschettenruptur durchaus profitiert.


Behandlung:
Rotatorenmanschettenrupturen besitzen keine Selbstheilungstendenz. Es gibt Risse, die über lange Zeit eine stabile Größe zeigen, es gibt allerdings auch Risse, die sich mit der Zeit vergrößern. Bedingt durch den Riss der Sehne kommt es zu einer Verfettung des Muskels und damit zu einem Muskelschwund und damit wiederum zu einer Funktionslosigkeit des betreffenden Muskels, so dass die Funktion irreversibel geschädigt ist. Bei weiterer Größenzunahme kommt es zu einer zunehmenden Schwäche im Arm und als Endstadium kann sogar eine Gelenkabnützung (Arthrose) entstehen. In diesen Fällen kann dann keine erfolgreiche Sehnenrekonstruktion mehr durchgeführt werden. Es bleibt damit festzuhalten, dass es keine kausale konservative Therapie einer Rotatorenmanschettenruptur gibt. Nicht operative Behandlungsmaßnahmen durch Einsatz von Schmerzmitteln und entzündungshemmenden Spritzen führen lediglich zu einer Schmerzreduktion, aber nicht zu einer Heilung. Es sollte in jedem Falle versucht werden, eine Rekonstruktion des Sehnenrisses anzustreben.

Operative Behandlung:
Ziel der operativen Behandlung ist die Wiedererlangung der Kraft und Beweglichkeit sowie die Schmerzausschaltung. Das operative Verfahren richtet sich nach der individuellen Situation. Je nach Lokalisation, Ausmaß und Alter des Risses wird eine Naht, bzw. Refixation der Sehne am Oberarmknochen in arthroskopischer oder offener Technik angestrebt. Bei der Rekonstruktion einer Rotatorenmanschettenruptur wird zur besseren Einheilung der Rotatorenmanschettenläsion eine Knochennut am Oberarmkopf zur besseren Einheilung der Sehne gefräst. Die Refixation des Sehnenrisses erfolgt über Fadenanker (Titan oder bioresorbierbar), verbunden mit einem reißfesten Faden. Über diesen reißfesten Faden erfolgt nach Eindrehen des Nahtankers in die Knochennut das Fassen der Sehne und Wiederanheften der Sehne an dem gefrästen Knochenbett zur Wiedereinheilung.

Zusätzlich wird der Raum über dem Schulterdach erweitert (Acromioplastik), da ansonsten die Nahtstelle unter dem Schulterdach aufgerieben wird. Ist die gerissene Sehne soweit zurückgezogen, dass sie nicht mehr am Oberarmkopf fixiert werden kann und hat sich der dazugehörige Muskel zurückgebildet, so kann er durch einen Muskel-/Sehnentransfer ersetzt werden.

Nach einer Rotatorenmanschettenrekonstruktion erfolgt die Ruhigstellung 3-6 Wochen auf einem Abspreizkissen zur Ruhigstellung des operierten Armes. Die Sehneneinheilung nimmt mindestens 12 Wochen in Anspruch. Bis die Funktion voll wiederhergestellt ist dauert es zwischen 5 und 6 Monate.

Für Büro-, Lehr-, Management- oder ähnliche Tätigkeiten ist die Rückkehr an den Arbeitsplatz nach 3-6 Wochen realistisch. Bei Patienten mit körperlicher Arbeit ist die Rehabilitationszeit entsprechend länger einzuplanen. Auto fahren kann nach 6-8 Wochen erfolgen. In Abhängigkeit der Sportart sind sportartspezifische Trainingseinheiten nach 3-6 Monaten wieder aufzunehmen.

Ziel:

  • Durch rasche Diagnosestellung und operative Behandlung Schmerzausschaltung und Funktionsverbesserung, um eine drohende weitere Größenzunahme des Risses und damit einen unabwendbaren irreversiblen Muskelschwund abwenden zu können


Vorteil:

  • Rasche Schmerzbefreiung und Wiedererlangung der freien Schultergelenksfunktion.

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Erkrankungen und Verletzungen der langen Bizepssehne

Beschreibung des Krankheitsbildes/ Ursache:
Die lange Bizepssehne unterliegt durch ihren Verlauf innerhalb des Schultergelenkes schmerzhaften Erkrankungen und Verletzungen. Sie entspringt am Oberrand der Schulterpfanne, verläuft über der Oberfläche des Oberarmkopfes, tritt durch die Rotatorenmanschette und geht am oberen Drittel des Oberarmschaftes in den Muskelbauch über. Die lange Bizepssehne überträgt etwa 15% der Kraft des Bizepsmuskels.

  • Die rein entzündlichen Erkrankungen der langen Bizepssehne kann konservativ behandelt werden.
  • Der isolierte spontane Riss der langen Bizepssehne verläuft nahezu schmerzlos und ist nicht behandlungsbedürftig
  • Teileinrisse der langen Bizepssehne führen unumgänglich zu langanhaltenden chronischen Schmerzen.
  • SLAP-Läsionen sind Ablösungen des Bizepssehnenankers vom Pfannenrand, z. B. bei Überkopfsportarten und Wurfsportarten häufig vorkommend.

Behandlung:
Auf arthroskopischem, geschlossenem Weg kann man Bizepssehnenschädigungen (irreversibel) am Ansatz durchtrennen und an der Kapsel arthroskopisch neu einnähen (sog. Bizepssehnentenodese). Bei älteren Patienten ohne Kraftanspruch reicht die alleinige Durchtrennung der kranken Bizepssehne (sog. Bizepssehnentenotomie) zur Schmerzfreiheit.

Ziel:

  • Durch einen minimal-invasiven operativen Eingriff Erzielung einer raschen Schmerzfreiheit. Kurzfristige Ruhigstellung und kurze Rehabilitations-/Nachbehandlungszeit für 3 Wochen.


Vorteil:

  • Rückkehr in den Arbeitsprozess sowie Wiederaufnahme der sportlichen und körperlichen Aktivitäten nach spätestens 4-6 Wochen.

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Schulter Endoprothese

Beschreibung des Krankheitsbildes/ Ursache:
Eine Schulter Endoprothese (künstliches Schultergelenk) kommt immer dann in Frage, wenn die Beweglichkeit des Schultergelenks durch Schmerzen eingeschränkt ist. Eine Ursache hierfür ist Omathrose, eine Verschleißerkrankung des Schulterhauptgelenkes, durch welche ein Aufbruch des Gelenkspaltes sichtbar wird. Eine weitere Ursache können Schultergelenksbrüche sein, die in Fehlstellung verheilt sind und dadurch zu erheblichen Verformungen des gesamten Schultergelenks führen.

Die Schmerzen sind zu Beginn beim Anheben ab der Schulterhöhe und bei Drehbewegungen, im späteren Verlauf treten Schmerzen bei jeglicher Bewegung auf, sowie im Ruhestand. Schließlich kann es dazu führen, dass durch die Rückbildung der Muskulatur, die Beweglichkeit komplett eingeschränkt ist.


Behandlung:
Ein Einsetzen eines künstlichen Schultergelenks ist nötig, wenn die Knorpelflächen am Oberarmkopf und an der Gelenkpfanne verbraucht sind. In solchen Fällen kann nur ein künstliches Schultergelenk die Beweglichkeit wiederherstellen und die Schmerzen einstellen. Durch eine rasante Entwicklung der Endoprothesen in den letzten 10 Jahren und dem entscheidenden Fortschritt mit Spezialprothesen, ist es möglich ein bewegliches, stabiles und schmerzfreies Schultergelenk wiederherzustellen, auch wenn Sehnen der Rotatorenmanschette geschädigt sind.

Bei welcher Erkrankung ist eine Schulter-Endoprothese sinnvoll:

  • Omarthrose (Verschleiß des Schulterhauptgelenkes)
  • Avaskuläre Nekrose (Durchblutungsstörung des Oberarmkopfes)
  • Rheumatische Entzündung des Schulterhauptgelenkes
  • Rotatorendefektarthropathie (breiter Schultersehnendefekt mit sekundärem Verschleiß)

Es gibt zwei Arten von künstlichen Schultergelenken: die zementierte und die zementfreie Endoprothese. Bei der zementierten Endoprothese wird die Prothese mit Knochenzement am Knochen selbst befestigt. Bei der zementfreien Prothese wächst der Knochen auf die aufgeraute und strukturierte Oberfläche der Prothese und fixiert diese so im Knochen. Diese Prothesentypen bestehen jeweils aus zwei Komponenten: eine Komponente ersetzt den Oberarmkopf und besteht aus einer Metalllegierung, die zweite Komponente ersetzt Schultergelenkspfanne und besteht wiederum aus zwei Teilen – einer Metallschale, welche direkt am Knochen verankert wird und einer Kunststoffauflage, welche die Gelenkpfanne formt. Je nachdem wie stark der Verschleiß des Schultergelenks ist, wird entweder eine Vollprothese eingesetzt oder nur bestimmte Teile einer Prothese (Cup-Prothese, Hemiprothese).

Bei der Operation wird der vordere Zugang zum Schultergelenk gewählt und durch einen ca. 10 cm langen Schnitt und Ablösen der Muskulatur, das Gelenk freigelegt. Der zerstörte Teil des Oberarmkopfes wird entfernt und die Prothese eingesetzt. Nach der Operation muss der Arm in einer speziellen Schlinge gelagert werden.
Ziel:

  • Meist wird schon ab dem ersten Tag der Operation mit dem Rehabilitationsprogramm begonnen. Durch Krankengymnastik wird die Beweglichkeit der Schulter langsam gesteigert und sobald sich die Kraft und Beweglichkeit deutlich gebessert haben, sollten normale Aktivitäten kein Problem mehr sein. Der Rehabilitationszeitraum beträgt minimal 3 Monate.


Vorteil:

  • Durch eine Endoprothese kann selbst ein schwer zerstörtes Schultergelenk wieder voll funktionsfähig und schmerzfrei hergestellt werden.

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Weitere Anlässe

Weitere Anlässe für eine Arthroskopie oder operativen Eingriff an der Schulter:

  • Schultereckgelenksprengungen
  • Komplizierte Schlüsselbeinbrüche und Fehlstellungen
  • Chronische Gelenkentzündung
  • Nerveneinklemmungen am Schultergelenk
  • Chronische Schmerzen über 3-6 Monate ohne erkennbare Ursache
  • Versagen konservativer Maßnahmen bei Gelenkerkrankungen
  • Fehlgeschlagene Voroperationen